Worum geht es bei der "Kurve Kassel"?

Die Deutsche Bahn erwartet in Zukunft deutlich mehr Güterverkehr auf der
Ost-West-Achse. Deshalb soll die bisher hauptsächlich genutzte Strecke
über Hannover und Magdeburg entlastet werden. Güterzüge sollen auf dem
Wege von Westen nach Osten oder umgekehrt verstärkt über Kassel
fahren. Dabei sollen sie aber nicht mehr in den Rangierbahnhof Kassel
einfahren und dort die Fahrtrichtung ändern müssen. Das spart Zeit und die
Fahrt über Kassel wird damit wirtschaftlicher. Deshalb soll die Strecke von
Paderborn über Altenbeken nach Kassel mit der der Strecke von Kassel –
Eichenberg – Nordhausen nördlich von Kassel durch eine Neubaustrecke
verbunden werden, die sogenannte „Kurve Kassel“.
Bis zu 44 Güterzüge täglich sollen nach den Prognosen auf der „Kurve
Kassel“ bis 2025 fahren. Das heißt, jeden Tag 44 Mal zusätzlicher
Bahnlärm für viele Vellmarer Bürgerinnen und Bürger.

Wo genau soll die Güterzugsstrecke verlaufen?

Der Streckenverlauf steht noch nicht fest. Die Bahn hat bisher drei
Alternativen als sog. „Streckenkorridore“ vorgeschlagen:
Variante 1 (grün): von Espenau-Mönchehof nach Staufenberg-Speele
Variante 2 (blau): von Espenau-Mönchehof nach Fuldatal-Ihringshausen
Variante 3 (rot): als „stadtnahe“ Lösung eine „Verbindungskurve Niedervellmar“

Welche der Varianten für die anschließenden Planungsverfahren ausgewählt wird und wie der genaue Streckenverlauf sein soll, will die Deutsche Bahn in weiteren Untersuchungen klären.

Ist die "Kurve Kassel" notwendig?

Nein, es gibt eine Alternative! Güterverkehr von der Straße auf die Schiene
zu verlagern, ist richtig. Dies muss aber mit möglichst geringen
Belastungen für Mensch und Natur geschehen. Die Bürgerinnen und Bürger
in Vellmar leiden schon jetzt unter erheblichem Verkehrslärm durch
Ausfallstraßen und die bestehenden Bahnstrecken.

Deshalb hat unsere Bürgerinitiative vorgeschlagen, die schon bestehende
Bahnlinie Altenbeken – Bodenfelde – Northeim und von da aus die
Südharzstrecke nach Nordhausen (bzw. die Strecke Altenbeken –
Bodenfelde – Göttingen – Eichenberg – Nordhausen) zu nutzen. Diese
Alternativstrecke müsste zwar größtenteils um ein zweites Gleis ergänzt
und elektrifiziert werden. Sie hat dennoch klare Vorteile gegenüber der
Kurve Kassel.

  • Die Strecke ist bereits vorhanden. Sie wurde bis in die 90-er Jahre

auch für den Güterverkehr genutzt und erst danach zurückgebaut.

  • Ein zusätzlicher Flächenverbrauch wäre nicht notwendig. Die Trasse

steht im Eigentum der Bahn. Es müssten keine privaten Eigentümer
und Betriebe weichen.

  • Die Alternativstrecke über Altenbeken und Northeim nach

Nordhausen ist mehr als 30 km kürzer als eine Verbindung über die
Kurve Kassel. Das spart Unterhaltungskosten und vor allem
Betriebskosten bei der Nutzung.

  • Das Schienenverkehrsnetz der Bahn würde auf der Ost-West-Achse

gestärkt und zukunftsfähig.